Smart Agriculture in Japan: THWS-Studierende arbeiten in Teams an japanischer Partnerhochschule

19.08.2026 | Fakultät
Neun Studierende der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik der THWS haben im Rahmen des Wahlpflichtmoduls „Smart Agriculture“ an einer zweiwöchigen Exkursion an die Suwa University of Science in Japan teilgenommen.

Im Mittelpunkt standen gemeinsame Projekte mit japanischen Studierenden, praktische Arbeiten in Laboren und auf dem Feld sowie Einblicke in japanische Unternehmen und ihre Kultur.

Bereits während des Semesters bereiteten sich die Studierenden fachlich und organisatorisch auf die Zusammenarbeit mit der japanischen Partnerhochschule vor. Die Exkursion bildete entsprechend den Abschluss des im Sommersemester 2026 erstmals angebotenen Moduls „Smart Agriculture“. Das Modul verbindet Informatik mit Fragestellungen der modernen Landwirtschaft und führt Drohnen-Fernerkundung, KI-gestützte Bildanalyse und pflanzenphysiologische Messungen zu einem gemeinsamen Workflow zusammen. Ziel ist es, den Gesundheitszustand von Nutzpflanzen anhand verschiedener Datenquellen systematisch zu erfassen, auszuwerten und die Ergebnisse miteinander zu vergleichen.

Drei Teams, drei Labore, ein gemeinsames Projekt

Die neun THWS-Studierenden des sechsten Semesters arbeiteten in drei Gruppen zu je drei Personen. Jede Gruppe war einem der drei am Projekt beteiligten Labore der Suwa University of Science zugeordnet. Betreut wurden die Arbeiten von Prof. Dr. Kazuo Ishii, Prof. Dr. Bishnu P. Gautam und Prof. Dr. Takamitsu Kurusu. Auch Studierende der japanischen Labore beteiligten sich an den Projekten, sodass die fachliche Arbeit unmittelbar in deutsch-japanischen Teams stattfand. Vor allem die Offenheit und das große Engagement der Gastgeber sorgten dafür, dass sich die Studierenden sehr schnell in die Labore und die gemeinsamen Teams integrieren konnten.

Im Bereich Drohnen und Fernerkundung beschäftigten sich die Studierenden mit der Aufnahme und Auswertung hochauflösender Bilder landwirtschaftlicher Flächen. Dabei blieb es nicht bei theoretischen Betrachtungen: Eine Gruppe konnte selbst Drohnen auf dem Feld fliegen und dabei Bilddaten für die weitere Verarbeitung erfassen. Die entsprechenden Verfahren ermöglichen unter anderem die Berechnung von Vegetationsindizes, mit denen sich Unterschiede im Pflanzenbestand sichtbar machen lassen.

Eine weitere Gruppe arbeitete an der KI-gestützten Analyse von Pflanzen und Blättern. Dazu wurden auf dem Feld Blätter gesammelt, systematisch fotografiert und anschließend mit Methoden der Bildverarbeitung und künstlichen Intelligenz untersucht. Das an der Suwa University entwickelte System verbindet Bildanalyse, Datenhaltung und Visualisierung und soll langfristig beispielsweise Schäden an Pflanzen automatisiert erkennen und quantifizieren.

Die dritte Gruppe beschäftigte sich mit pflanzenphysiologischen Messungen. Hier werden bild- und KI-basierte Ergebnisse durch unabhängige Messverfahren überprüft. Unter anderem lässt sich mithilfe der Chlorophyll-Fluoreszenz untersuchen, wie effizient die Photosynthese einer Pflanze funktioniert und ob Stress vorliegt. Damit entstand ein durchgängiger Ansatz von der Aufnahme des Feldes aus der Luft über die KI-basierte Analyse einzelner Pflanzen bis zur physiologischen Validierung der Ergebnisse.

Zum Abschluss der Laborphase präsentierten alle drei Gruppen ihre Arbeit und ihre Ergebnisse vor den Beteiligten der Suwa University of Science. Die Präsentationen bildeten zugleich die Prüfungsleistung des Moduls. Auf diese Weise waren Exkursion, internationale Zusammenarbeit und reguläre Lehrveranstaltung unmittelbar miteinander verbunden. 

Junge Partnerschaft mit intensiver Zusammenarbeit

Begleitet wurde die Gruppe von Prof. Dr. Isabel John und Prof. Dr. Peter Braun. Die Partnerschaft zwischen der THWS und der Suwa University of Science besteht seit 2024 und hat sich seitdem rasch entwickelt. Bereits mehrfach konnten THWS-Studierende zu Aufenthalten nach Japan reisen, gleichzeitig waren Studierende der Suwa University of Science zu Gast an der THWS.

Eine besondere Rolle bei der Vorbereitung und Durchführung der Exkursion spielte Amanda Schütze, leitende Mitarbeiterin im International Office der Suwa University of Science. Sie hatte das umfangreiche Programm vor Ort mit großem Engagement organisiert und die Gruppe während des Aufenthalts begleitet. Auf Seiten der THWS unterstützte Franziska Königer die organisatorische Vorbereitung der Reise.

Auch finanziell wurde die Exkursion von beiden Hochschulen großzügig unterstützt. Die THWS beteiligte sich an den Reisekosten der Studierenden. Die Suwa University of Science übernahm während des Aufenthalts unter anderem die Kosten für die gemeinsamen Busfahrten sowie die Eintrittsgelder. Zudem konnte die THWS-Gruppe während ihres Aufenthalts in Chino kostenfrei im Gästehaus des Universitätscampus übernachten. Dadurch trugen beide Hochschulen wesentlich dazu bei, den Studierenden die Teilnahme am umfangreichen Programm zu ermöglichen.

Einblicke in japanische Technologie, Landwirtschaft und Kultur

Neben der Arbeit an der Universität erhielten die Studierenden auch Einblicke in die japanische Unternehmenswelt. Ein Höhepunkt war der Besuch bei Seiko Epson. Das Unternehmen hatte für die Gruppe ein umfangreiches Programm vorbereitet und ermöglichte intensive Einblicke in ein international tätiges japanisches Technologieunternehmen.

Auch das kulturelle Programm war bewusst Teil der Exkursion. Die Studierenden besuchten unter anderem die historische Burg von Matsumoto, eine Wasabi-Farm, eine traditionelle Sake-Brauerei, den Suwa-See sowie verschiedene Shintō-Schreine. Damit konnten sie neben dem Studium und der Projektarbeit auch die Region Nagano, ihre Geschichte, Landwirtschaft, religiöse Traditionen und regionale Kultur kennenlernen.

Nach der erfolgreichen Premiere soll das Format deshalb fortgeführt werden. Die THWS und die Suwa University of Science beabsichtigen, die Exkursion künftig regelmäßig anzubieten und damit die noch junge Partnerschaft sowohl in der gemeinsamen Lehre als auch im Studierendenaustausch weiter auszubauen.

Kontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Prof. Dr. Peter Braun
Münzstraße 12
97070 Würzburg
peter.braun[at]thws.de